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VON JULIA REINARD, 16.09.11, 19:12h, aktualisiert 16.09.11, 22:43h

Der Grundstein auf dem Dach:          Auf dem Haus der Deubener Feuerwehr entstand die erste Bürgersolaranlage des Umkreises. (FOTO: PETER LISKER)

DEUBEN/TEUCHERN/MZ. "Mister Solar" wäre der richtige Name für ihn. Ottfried Reisch hatte vor fünf Jahren als einer der ersten eine Solaranlage auf seinem Haus in Naundorf. Als Vorsitzender des Solarvereins Mitteldeutschland hat er sieben Solaranlagen in Teuchern und Umgebung geplant. In drei Bürgersolaranlagen hat er mitinvestiert. Dennoch: Reisch ist kein Fanatiker, sondern ein kühler Rechner: "Ich rede von Geldpressmaschinen", sagt der 59-Jährige.

Anlagen auf städtischen Dächern

Reisch hat vor Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht. Er interessierte sich für die Solartechnik - oder Photovoltaik, bei ihm kurz "PV". Als Baustoffhändler hatte er Häuser gebaut, die Solaranlagen auf das Dach bekamen. Dann witterte er ein gutes Geschäft und machte aus dem Aspekt seine Hauptarbeit. Am Samstag ist er Vorsitzender des Solarvereins Mitteldeutschland, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dächer zu suchen, auf denen die Anlagen installiert werden können, Projekte anzustoßen, Leute für Bürgersolaranlagen zu finden.

In Deuben, Teuchern, Trebnitz und Naundorf haben sich Bürger für eine Anlage zusammengefunden, auch zwei Deubener Vereine lassen Solarmodule für sich arbeiten. Das Geld für die Anlagen stellen die beteiligten Bürger bereit. Was fehlt, kommt von Banken.

Der produzierte Strom wird ins Netz eingespeist und für jede Kilowattstunde erhalten die Betreiber Geld. Bei Solaranlagen ist für 20 Jahre eine Einspeisevergütung garantiert. Die sinkt immer mehr, weil Förderungen in Form von staatlichen Zuschüssen zurückgefahren werden. Bei der Deubener Anlage, die vor knapp drei Jahren in Betrieb genommen wurde, kommen auf die Kilowattstunde noch 0,46 Cent. Die zuletzt in Betrieb genommene Anlage in Trebnitz erhält 0,39 Cent pro Kilowattstunde. Reisch sagt, es rechne sich trotzdem. Die Begründung: "Die Preise für Anlagen liegen heute viel niedriger als damals.

" Dächer mit Neigung bevorzugt

Reischs Begeisterung steckt an. So hat er die Deubener Feuerwehr schon 2006 davon überzeugt, eine Anlage auf ihrem Dach zu installieren. Schließlich hat es für Solarzwecke die perfekte Ausrichtung. Die Feuerwehrleute hatten selbst kein Geld zur Finanzierung der Anlage - sie erhielten aber ein Darlehen, von dem sie jedes Jahr einen Teil zurückzahlen. Außerdem streichen sie jährlich rund 300 Euro ein - "für nichts", sagt Ottfried Reisch und lacht.

Wartung und Reinigung halten sich in Grenzen, sagt Reisch, denn, da jeder Kratzer die Leistung senkt, sollten die Module nicht per Hand sauber gemacht werden. Ein ordentlicher Regenguss genüge, setzt er verschmitzt hinzu.

Sturm und Hagel schaden dagegen - oder? Bei Unwettern wie kürzlich in Bernburg wäre man wohl machtlos, aber normalerweise seien die Module getestet und robust, sagt der Fachmann. Sollte doch mal etwas passieren, wird per Datenfernübertragung eine Nachricht gesendet. Das zugehörige Gerät zeichnet aber auch auf, was alltäglich in den Modulen passiert - und die Daten sind im Internet abrufbar. Dort zeigt sich: Die Sonne lacht hier oft vom Himmel. Stimmt, bestätigt Reisch, Mitteldeutschland liege hinsichtlich der Sonnenscheindauer hinter Bayern an zweiter Stelle.



VON YVETTE MEINHARDT, 03.06.10, 20:07h, Mitteldeutsche Zeitung




















In Trebnitz ging die neue Bürgersolaranlage in Betrieb. Sie nimmt eine Fläche von rund 110 Quadratmeter ein. Ottfried Reisch vom Bürgersolarverein Mitteldeutschland war in der Organisation federführend. (FOTO: PETER LISKER)

Trebnitz/Deuben/MZ. Die vierte und fünfte Anlage des Mitteldeutschen Solarvereines Deuben sind am Netz. Die Bürgersolar Teuchern besteht aus einer Stromanlage auf dem Dach des Jugendclubs in Teuchern und einer zweiten in der Vater-Jahn-Straße in Trebnitz. Die Dächer gehören den jeweiligen Kommunen. Mit ihnen wurde ein Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. 99 Module in Teuchern bedecken rund 170 Quadratmeter Dach. In Trebnitz sind es 64 Module auf etwa 110 Quadratmetern. "Beide Anlagen zusammen produzieren im Jahr etwa 33 000 Kilowattstunden Strom. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von neun Haushalten", sagt Ottfried Reisch vom Solarverein. Rund 136 000 Euro wurden investiert. Dabei schlossen sich neun Gesellschafter zu einer Betreibergesellschaft zusammen und setzten rund ein Fünftel Eigenkapital ein. Der Solarverein koordinierte den Bau von der Planung bis zur Fertigstellung und übergab jetzt den Staffelstab an die Betreibergesellschaft. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und mit 39,14 Cent je Kilowattstunde vergütet. "Nach zwölf Jahren haben sich die Anlagen durch die Einspeisevergütung selbst bezahlt", ist Reisch sicher. Selbst wenn hierzulande der Regen in den letzten Tagen die Oberhand hatte und man bislang vergeblich auf die Sonne wartete, fällt die Bilanz der Solarstromanlagen positiv aus. "Brachte der Mai relativ wenige Sonnenstunden, so konnte doch der April punkten", sagt Reisch. Unterm Strich bleibe man bisher im Rahmen der finanziellen Erwartungen. "Ginge es nach uns, könnten wir fast jeden Monat eine neue Solaranlage in Betrieb nehmen", fährt Reisch fort. Allein, es gibt immer wieder Probleme bei der Finanzierung. "Die Banken geben Gesellschaften bürgerlichen Rechts nicht gerne Geld, deshalb wollen wir wahrscheinlich jetzt eine Solargenossenschaft gründen", erzählt Reisch. Probleme mit der Finanzierung sieht er nicht. Schließlich habe man die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung als Sicherheit. Diese sinkt zwar am 1. Juli von derzeit 39,14 Cent auf dann 32,87 Cent. Gleichzeitig rechnet Reisch mit einem Rückgang der Baukosten für Solarmodule. Die ersten beiden Anlagen des Solarvereines Mitteldeutschland befinden sich auf dem Dach der Feuerwehr in Deuben und der dortigen Schule. Eine weitere Anlage gibt es in Halle. Das Vorhaben, gemeinsam mit dem ZWA Bad Dürrenberg eine Solaranlage zu bauen, scheiterte bislang.

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Verein lenkt Blick auf Kraft der Sonne

Wer Solaranlage betreiben möchte, bekommt Unterstützung

von Torsten Gerbank, 16.07.08,
Zeitz/Deuben/MZ. Auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses in Deuben entsteht demnächst eine
Solaranlage. Sie soll eine maximale Leistung von 16 Kilowatt besitzen und eine Fläche von rund 125 Quadratmeter bedecken. Investor ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Es ist die erste Solarinitiative, die mit Unterstützung des Solarvereins Mitteldeutschland gegründet worden ist. Den Verein gibt es seit gut einem Monat. Ihm gehören 13 Mitglieder an.

Vorsitzender des Solarvereins ist Otfried Reisch (56) aus Deuben, ihm steht Karl-Ulrich Axthelm (58) aus Zeitz zur Seite. Ziel des Vereins ist es laut Reisch, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie wichtig und interessant die Nutzung der Solarenergie ist. Und das sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Wärmegewinnung. "Die Sonne stellt keine Rechnung", sagt Reisch, könne aber dennoch zur Energiegewinnung genutzt werden. Der Verein wolle bei öffentlichen Veranstaltungen auftreten, wie zum Beispiel beim jüngsten Tag der Sonne. Da stellte sich der Solarverein in Trebnitz (bei Wetterzeube) und in Lützen vor. Gerade bei der Nutzung der Sonnenenergie gebe es in Deutschland Reserven, sagt Axthelm und nennt Zahlen.

Demnach sind im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik 14,7 Prozent des Energiebedarfs mit Hilfe erneuerbarer Energien gedeckt worden. Der Anteil der Windenergie habe bei 45 Prozent gelegen, Biomasse und Wasserkraft steuerten 26 und 23 Prozent bei, der Anteil der Sonnenenergie blieb somit verschwindend gering.

Diesen Zustand zu ändern, dabei wolle der Verein helfen. Schließlich schaffe das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Voraussetzungen dafür, Solarstrom gewinnbringend zu vermarkten. Der Verein will deshalb die Gründung von Gesellschaften zur Betreibung von Solaranlagen unterstützen. Diese Unterstützung beinhalte die Suche nach Dächern, auf denen Anlagen installiert werden können. Schließlich solle auch Bürgern ohne eigenes Haus die Möglichkeit eingeräumt werden, in Solaranlagen investieren zu können. Gesucht werden deshalb nicht nur Investoren, sondern auch Personen oder Institutionen, die ihre Dächer zum Bau von Anlagen zur Verfügung stellen möchten.

Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Energieversorger sind laut EEG verpflichtet, Solarstromanlagen ans Stromnetz anzuschließen, den erzeugten Solarstrom abzunehmen und ihn zu einem festen Satz über 20 Jahre hinweg zu vergüten.

Weitere Informationen über:
034441 / 290 30 oder
03441 / 22 20 33

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Über Feuerwehr geht die Sonne auf
Bürgersolarverein Mitteldeutschland baut erste Anlage auf
Gerätehaus in Deuben

VON YVETTE MEINHARDT, 28.12.08,

 

Auf dem Feuerwehrhaus in Deuben wird eine Photovoltaik-Anlage installiert.Tilo
Rering und Reinhard Tonth bei der Montage. (FOTO: MAIK SCHUMANN)
HALLE/MZ. In der Deubener Feuerwehr herrscht reger Betrieb. Das
Gerätehaus ist eingerüstet. Handwerker sind dem Haus auf das Dach
gestiegen und haben den Wettlauf mit der Zeit aufgenommen. Der
Solarverein Mitteldeutschland baut hier seine erste Bürgersolaranlage. Bis
zum Mittwoch muss sie am Netz sein, denn ab dem neuen Jahr gibt es
weniger Geld für den eingespeisten Strom.

"Ich bin froh, dass wir jetzt kurz vor dem Ziel sind", sagt Otfried Reisch. Er
hat sich dem Bürgersolarverein von Anfang an verschrieben, die Gründung
vorangetrieben und sich für das erste Projekt stark gemacht. Der Deubener
reiste kreuz und quer durch den Landkreis, sprach hier vor Gemeinderäten,
nahm da mögliche Objekte in Augenschein. Am Ende landete er wieder im
heimischen Deuben.

Hier auf dem Dach der Feuerwehr gibt es bereits eine Solaranlage. Das
Gebäude ist also rein sonnentechnisch in der richtigen Richtung. Die
Neigung des Daches stimmt und es befindet sich in kommunalen Besitz -
um nur einige Voraussetzung für die Bürgersolaranlage zu nennen.

Am 5. Juli wurde der Bürgersolarverein Mitteldeutschland aus der Taufe
gehoben, jetzt steht die erste Anlage kurz vor dem Start. "In unseren
Breiten scheint mehr Sonne als man denkt", sagt Reisch. Mit 1 000 bis 1
100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegt der Burgenlandkreis
im bundesdeutschen Durchschnitt gleich nach Süddeutschland. "Wir haben
etwa 1 000 Sonnenstunden pro Jahr", fährt Reisch fort. Doch im Dezember
gab es nur einen einzigen Sonnentag, auch der Oktober und November
waren nicht reich mit Sonne gesegnet. Dafür gab es einen starken Monat
Mai.

"Wir wollen unbedingt noch in diesem Jahr ans Netz, denn ab 1. Januar
sinkt die Vergütung der Einspeisung um fünf Prozent", nennt Reisch die
Hintergründe für den Termindruck. Die Grundkonstruktion für die
Solaranlage ist auf dem Dach. Am Montag beginnt die Montage für 69
monokristalline Module. Die Anlage selbst ist 15,5 Kilowattpick groß und
Experten schätzen, dass sie jährlich rund 14 000 Kilowattstunden in das
Stromnetz einspeisen wird. Reisch rechnet, dass die Anlage rund 30 Jahre
funktionieren wird. Auf die Photovoltaik-Module, gibt der Hersteller eine
Garantie von 20 bis 25 Jahren. "Mit dieser Anlage auf dem Dach vermeiden
wir den Ausstoß von Schadstoffen und leisten damit einen aktiven Beitrag
zum Umweltschutz", sagt Reisch. Und nur einen Steinwurf weiter schickt
das große Braunkohlenkraftwerk seine Abgase gen Himmel.

"Für die Vereinsmitglieder ist die Anlage eine Spardose auf dem Dach und
heute garantiert sicherer als Aktien", erklärt Reisch. Er selbst ist nicht nur
Mitglied im Gemeinderat, sondern seit vielen Jahren in der Feuerwehr. So
entstand die Verbindung und die Idee. Die bereits bestehende Solaranlage
gehört dem Feuerwehrverein und bringt je nach Sonnentagen bis zu 500
Euro im Jahr ein. Feuerwehrchef Bernd Topf schaut auch am Feiertag
nach dem Rechten. "Beeilt euch lieber, ich glaube jetzt kommt die Sonne
heraus. Und wir wollen doch keine Sonnenstunde verpassen", ruft Topf
den Handwerkern auf dem Dach zu und glaubt, dass der Termin geschafft
wird.

Weitere Informationen gibt es unter www.solarverein-mitteldeutschland.
info
MZ vom 28.02.2009



- Die kleine Gemeinde Deuben setzt jetzt auf die Sonne. Hier hat nicht nur der Solarverein Mitteldeutschland sein Domizil, sondern in der traditionellen Bergarbeitergemeinde ging am Donnerstag die erste Bürgersolaranlage in Betrieb. Zehn Bürger legten dafür gemeinsam ihr Geld in einen Topf, der Verein nahm zusätzlich einen Kredit bei der Umweltbank auf und beauftragte eine Firma mit dem Bau der Anlage. Diese ging vor dem Jahreswechsel in Betrieb und jetzt eben ganz offiziell.

"In den ersten beiden Monaten produzierte die Anlage rund 900 Kilowattstunden (kWh), das ist etwa der Jahresverbrauch eines Ein-Personen-Haushaltes", sagte Vereinsvorsitzender Otfried Reisch. Dabei lag tagelang Schnee, was den Ertrag natürlich schmälert. Auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses gibt es jetzt, neben jener des Feuerwehrvereins, die zweite Anlage. Sie besitzt eine Größe von 15,5 Kilowattpeak (kWp). Mit dem Frühjahr werden die Sonnenstunden deutlich ansteigen und jährlich soll die Anlage rund 14 000 Kilowattstunden bringen. "Erreichen wir etwa diesen Wert, dann vermeiden wir eine Emission von Luftschadstoffen von rund zehn Tonnen", nennt Reisch Zahlen. Er bedankt sich bei allen Anwesenden, beginnend von Vereinsmitgliedern über Bürgermeister Frank Puschendorf (Heimatverein) bis zum Bundestagsabgeordneten Maik Reichel (SPD). "Die Investition in die Solartechnik ist der Weg in die Zukunft, denn die Sonne kennt keine Krise", sagt Reisch. In neun Jahren habe sich die Anlage refinanziert. Deuben soll kein Einzelfall bleiben, der Verein möchte auch in anderen Kommunen aktiv werden.

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